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Geschichte des Ortsteils Hammer

Zusammengetragen von Annika Haß

Kiel – Hammer
Die Siedlung Hof Hammer wurde nach den Ideen des Landschaftsplaners Leberecht Migge ab 1920 als Selbstversorgersiedlung in Kiel-Süd auf dem ehemaligen Gutsgelände des Wirtes Hansen, welches 1918 von der Stadt erworben wurde und stückweise weiterverpachtet wurde, errichtet. Das Gebiet wurde am 29. Juli 1920 durch den Kieler Magistrat zur Bebauung freigegeben, nachdem die Grundstückskommission den Antrag gestellt hatte. Auf Vorschlag des Oberbürgermeisters Emil Lueken auf der Magistratssitzung vom 9. September 1920 wurde der Auftrag der genauen Planung an Leberecht Migge vergeben. Planung Bei der Planung ging es vor allem darum, den erwerbslosen Industriearbeiterfamilien nach dem Ersten Weltkrieg eine neue Möglichkeit zur Selbstversorgung zu bieten. So wurden nicht nur angemessene Wohnräume, sondern auch große Grundstücke zur Eigenversorgung durch Landwirtschaft und Obstgärten angeboten. Außerdem plante Migge für die Siedler viele größere Flächen für die Öffentlichkeit, wie den Rodelberg im süd-westlichen Teil Hammers. Seine Pläne stellte Leberecht Migge am 25. November 1920 den Magistratsmitgliedern vor. Diese beinhalten folgende Punkte: Wohnraum und Versorgung: Vollerwerbsiedlerstellen auf 62 Hektar Fläche Nebenerwerbsiedlerstellen auf 53 Hektar Fläche Grünversorgung für 1000 Familien  Aufforstung von 50 Hektar sandigen, weniger fruchtbaren Flächen  Gärtnerei, Baumschule, 2 Kompostfabriken für die Düngerselbstversorgung   Siedlerschule, Volkspark Aufgrund der schweren finanziellen Lage der Stadt Kiel wurden Migge am 7. April 1921 die Bearbeitungsrechte der Aktion Hof Hammer entzogen, welche ihm jedoch nach der Wahl Hahns wieder anerkannt wurde, da bei einem Nichtmitwirken von Migge das Projekt scheitern könne.
Der Bau

Am 25. Oktober 1921 wurden die ersten Baugenehmigungen für 5 Doppelhäuser am Hammerbusch herausgegeben. In 4 zeitlich sich überschneidenen Bauabschnitte von 1921 bis 1927 wurden mehrere verschiedene Haustypen gebaut: Einzelhäuser, Doppelhäuser, die für ihre geschwungenen Bohlendächern bekannt wurden, und Reihenhäuser. Viele der Häuser wurden in den letzten Jahren um- und ausgebaut, weil diese zu klein geworden sind und nicht mehr den heutigen Wohnmaßstäben entsprechen. Nicht selten wurde dabei die Gleichheit des Aussehens der Häuser gestört. Ab Mitte der 1920er gab es vermehrt Probleme. Die Höhe der Gesamtkosten und die Anzahl der unterschiedlichen Siedlerstellen wichen in vielen verschiedenen Quellen voneinander ab, weil einerseits die Verantwortlichen des Projektes nie die Bezeichnung der unterschiedlichen Siedlerstellen definiert haben andererseits mangelte es an einer Terminologie. Auch die Siedler sorgten für Spannungen, da sie eigenmächtig den Zweck der Siedlung veränderten. Es fand eine Umnutzung statt: viele Siedler arbeiteten auch weiterhin in der Stadt oder bemühten sich um eine neue Stelle. Einige Siedler nahmen die Siedlerstellen aus wirtschaftlicher Not, oder weil sie auf ein besseres Leben hofften, an. Da sie diese Art von Wohnen als vorübergehend sahen, zeigten sie kein Engagement in der Bewirtschaftung der Gärten. Der Kieler Magistrat reagierte auf diese Entwicklung, indem sie anstatt der Vollerwerbsstellen Nebenerwerbsstellen bauen ließen. Außerdem gab es einige Fälle, in denen die Mieten nicht bezahlt wurden. Im März 1924 versuchte Migge zum wiederholten Male vergeblich die Genehmigung für die Einrichtung einer Lehrgärtnerei in den Gebäuden des Restgutes Hof Hammer zu erlangen. Der Grund war, dass die Siedler und Bürger Kiels nicht mehr hinter dem Projekt standen, weil die Baukosten, Löhne, Maschinen und Geräte und Siedlerkurse nicht durch die Einnahmen durch die Überschusswirtschaft der Siedler gedeckt werden konnten. Der Magistrat wollte die Angelegenheit ohne ein weiteres Risiko abschließen. Am 1. Februar 1928 übernahm das Fürsorgeamt das Restgut um darauf soziale und landwirtschaftliche Einrichtungen zu erschaffen.Im Rahmen von Notstandsarbeiten wurde 1927 die Aufforstung des Gebietes in Angriff genommen. Zusätzlich wurde ein Licht- und Luftbad errichtet, das Planschbecken in Hof Hammer. Dieses wird 1937 durch das größere Eiderbad Hammer auf einer Quellwasserstelle nahe der Eider ersetzt. Durch die Eiderregulierung wurden die meisten Teiche und Eiderarme aufgehoben. Heute sieht man sie noch an einigen Stellen als Tümpel und moorastige Flächen.
Die Kritik am Bau

Am Ende und während des Projektes gab es häufig Kritik. Es war sogar die Rede von einem gescheiterten Projekt, weil die eigentlichen Zielvorstellungen nicht oder nur teils erreicht wurden. Für die Mängel, wie die mangelnden Erträge, entschuldigten sich Migge und Hahn. Hammer im Nationalsozialismus
Diese Zeit war maßgeblich an der weiteren Erschließung des inneren Gebietes beteiligt. Viele neue Bauideen  wurden in die Tat umgesetzt. 1935/1936 wurden 88 Not- und Behelfswohnungen für obdachlose Familien geplant. Schließlich wurden 22 Doppelhäuser mit je vier Wohneinheiten gebaut.Im Jahre 1935 wurde die Uwe-Jens-Lornsen-Schule von den Nationalsozialisten als Hans-Schemm-Schule gegründet. Nach dem Krieg wurde die Grundschule nach Uwe Jens Lornsen, der ein schleswig-holsteinischer Jurist und Politiker war, umbenannt. Er lebte von 1793 bis 1838.

 
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